14 tägiges Widerrufsrecht einfach erklärt

Aktualisiert am 19. Juli 2024 von Ömer Bekar, geprüft und gegengelesen von Rechtsanwalt Olaf Kamper

Haben auch Sie schon einmal einen Vertrag abgeschlossen oder ein Produkt gekauft und sich danach darüber geärgert? Dann wussten Sie vielleicht nicht, dass Sie in vielen Fällen ein Widerrufsrecht nutzen können. Bei Darlehensverträgen oder auch bei Verträgen, die online oder am Telefon abgeschlossen wurden, steht Ihnen immer ein Widerrufsrecht zu. Dieses gilt mindestens 14 Tage. Und auch bei anderen Geschäften haben Sie womöglich noch die Chance auf Rückabwicklung. Doch wie finden Sie heraus, ob das Widerrufsrecht überhaupt gilt. Und wie machen Sie dieses am einfachsten geltend?

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In den meisten Fällen ist das Recht auf jeden Fall auf Ihrer Seite. Sie sollten also Ruhe bewahren und sich auf das Wesentliche, also den Widerruf konzentrieren, wenn Sie den Vertrag doch nicht wollen. Denn nur ein einziger Formfehler kann dazu führen, dass Ihr Widerruf nicht anerkannt wird. Doch auch ohne Formfehler kann es für Sie zu Problemen kommen. Denn nicht immer sind die Vertragspartner bereit, den Widerruf zu akzeptieren. Auch für solche Situationen sollten Sie vorsorgen.

Wir wollen Ihnen zeigen, wie Sie Ihr Recht auf Widerruf ganz einfach wahrnehmen können. Eine entscheidende Bedeutung kommt für Ihren Widerruf dabei der Frist zu. Sollten Sie die Frist überschreiten, kann nämlich auch dies dazu führen, dass Ihr Widerruf ins Leere läuft. Damit Ihnen bei der Erklärung des Rücktritts keine Fehler passieren, können Sie sich außerdem an einem unserer Musterschreiben orientieren.

Wann beginnt die Frist für den Widerruf?

Wenn Sie einen Vertrag am Telefon oder auch online abgeschlossen haben, haben Sie immer auch ein Recht auf Widerruf. Anders sieht es bei Verträgen aus, die Sie in den Geschäftsräumen des Anbieters abgeschlossen haben. Hier kommt es darauf an, was im Vertrag zum Thema Widerruf festgehalten ist. Die übliche Frist bei einem Widerruf umfasst 14 Tagen. Die Frist beginnt allerdings erst dann, nachdem Sie über die Möglichkeit des Widerrufs belehrt wurden. Unterbleibt diese Belehrung, gibt es auch für Ihren Widerspruch keine Frist. Die Frist gilt als eingehalten, wenn das Schreiben innerhalb der 14 Tage abgeschickt wurde. Dabei ist es nicht entscheidend, dass eine bestimmte Form eingehalten wird. Neben einem klassischen Brief kann der Widerruf auch per E-Mail oder per Fax zugestellt werden. Sorgen Sie in jedem Fall dafür, dass der Widerspruch gegen den Vertrag an die richtige Adresse, also Ihren Vertragspartner geht. Auch hier kann ein wichtiger Formfehler liegen, der dazu führt, dass Sie Ihr Recht nicht durchsetzen können.

Tipp für Sie:

Wenn Sie erfolgreich dem Vertragsabschluss widersprechen wollen, müssen Sie unbedingt die Fristen einhalten. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie auch nicht bis zum letzten Tag warten.

Welche Tipps gibt es bei Problemen?

Wenn Sie einen Vertrag widerrufen, geht dies leider nicht immer glatt über die Bühne. Immer wieder kommt es dabei zu Problemen. Dafür sollten Sie in jedem Fall vorbeugen. Zunächst ist es wichtig, dass Sie Ihren Widerspruch zweifelsfrei nachweisen können. Denn die Beweislast liegt bei einem eventuellen Rechtsstreit eindeutig bei Ihnen. Sollten Sie Ihren Rücktritt also per Telefon erklären, was prinzipiell möglich ist, sollten Sie einen Zeugen hinzuziehen. Wenn Sie mit einem postalisch zugestellten Schreiben ihren Rücktritt vom Vertrag erklären wollen, sollten Sie wenn möglich, ein Einschreiben mit Rückschein verwenden. Darüber hinaus sind Sie sicher gut beraten, wenn Sie jeden Schritt genau dokumentieren.

Tipp für Sie:

Die Beweislast für die Zustellung des Widerrufs liegt bei Ihnen. Sie sollten also Sorge dafür tragen, dass Sie später eindeutig nachweisen können, den Widerspruch auch zugestellt zu haben.

Welche Infos gehören in den Widerruf?

Neben der Einhaltung aller geltenden Fristen und der richtigen Zustellung des Widerrufs sollten Sie aber auch alle inhaltlichen Anforderungen beachten, wenn Sie wirksam von einem Vertrag zurücktreten wollen. Zwar ist es nicht vorgeschrieben, dass Sie ein Formular nutzen müssen. Sie können also auch ein formloses Schreiben verwenden. Sie sollten aber darauf achten, dass einige wichtige Inhalte in jedem Fall enthalten sind. Hierzu gehören:

  • Die persönlichen Angaben von Ihnen also Name, Adresse, Geburtsdatum
  • Angaben zum Empfänger wie Unternehmen, Adresse, ev. Ansprechpartner)
  • Kurze Beschreibung vom Vertrag mit Namen oder Nummer
  • deutliche Worte bei der Widerrufsformulierung
  • Bestätigung innerhalb einer angemessenen Frist fordern

Wichtig für Sie:

Versäumen Sie es auf keinen Fall, Ihre Unterschrift unter den Widerspruch zu setzen. Ohne Ihre Unterschrift ist das Schreiben nämlich ungültig.

(Mustervorlage Widerruf eines Vertrages)

Auf unserer Seite haben wir für Sie eine breite Auswahl von Musterbriefen zusammengestellt. Wenn Sie eine dieser Vorlagen nutzen, und Sie diese an Ihre Anforderungen anpassen, können Sie viel Zeit und Mühe sparen. Mit einem passenden Muster vermeiden Sie es außerdem, wichtige Inhalte zu vergessen.

Widerruf Vertrag / Darlehen / …

Absender: (Angabe von Namen und Adresse)

Empfänger: (Angabe von Unternehmen Name und Anschrift)

Kurze Beschreibung vom Vertrag mit Namen oder Nummer

Hiermit möchte ich erklären, dass ich vom Vertrag mit oben genannter Bezeichnung zurücktrete. Dies mache ich im Rahmen der gesetzlichen Widerrufsmöglichkeiten. Ich fordere Sie auf, mir diesen Vorgang schriftlich bis zum (Datum) zu bestätigen.

Mit freundlichen Grüßen

(Datum und Ort) (Unterschrift von Ihnen)

Fazit: – Widerspruch sehr einfach wenn einige Dinge beachtet werden

Auch Ihnen ist es sicher schon vorgekommen, dass Sie sich für ein Produkt oder ein Vertragsangebot entschieden haben und es anschließend bereut haben. Dafür können Sie natürlich völlig unterschiedliche Gründe haben.

  • Sie fühlen sich falsch beraten
  • Sie haben ein besseres Angebot gefunden
  • Das Produkt entspricht nicht Ihren Erwartungen
  • Sie verfügen bereits über ein entsprechendes Produkt

Die Gründe sind für Ihren Widerspruch aber völlig unerheblich und müssen in dem Schreiben auch nicht angegeben werden. Stattdessen ist es wichtig, dass Sie auf eine formal korrekte Erstellung des Widerspruchs achten. Auch kleine Fehler können dazu führen, dass Ihr Rücktritt ungültig ist. Mit einem Musterschreiben als Vorlage sollten Sie aber auf der sicheren Seite sein. In wenigen Minuten haben Sie den Musterbrief auf Ihren Fall angepasst und können erfolgreich widersprechen. Dabei sollten Sie aber unbedingt die gesetzliche Frist einhalten und die Zusendung des Widerspruchs später auch beweisen können.