Vertragswiderruf einfach gemacht

vertragswiderrufEin Vertrag ist sehr schnell abgeschlossen, das wird Ihnen sicher auch klar sein. Vielleicht ist es Ihnen schon einmal so gegangen, dass Sie sich bei einer Recherche im Internet ganz spontan für ein bestimmtes Produkt oder auch für eine bestimmte Dienstleistung entschieden haben. Oder möglicherweise haben Sie eine Situation erlebt, in der ein netter Vertreter an Ihrer Haustür geklingelt hat und Ihnen eine bestimmte Zeitschrift ans Herz gelegt hat. Ohne lange nachzudenken, haben Sie den Vertrag für das Zeitungsabonnement unterschrieben.

Bestimmt kamen Ihnen dann nach wenigen Stunden die ersten Bedenken, ob die spontane Entscheidung wirklich richtig war. Und spätestens nach einigen Tagen kommen Sie zu der Überzeugung, dass Sie das Produkt, die Zeitschrift oder was auch immer gar nicht benötigen. Doch wie kommen Sie aus dem einmal geschlossenen Vertrag wieder heraus? Vielleicht haben Sie schon davon gehört, dass Verträge auch widerrufen werden können. Zumindest wenn es sich um Haustürgeschäfte oder um online abgeschlossene Verträge handelt, liegen Sie mit dieser Auffassung genau richtig. Doch was ist, wenn Ihr Vertragspartner Ihnen einen Strich durch die Rechnung macht? Es wäre nicht das erste Mal, dass der Wunsch auf Widerruf nicht akzeptiert wird.

Damit Ihnen dies nicht passiert, möchten wir Ihnen nun zeigen, wie Sie für die Erstellung eines formal korrekten und wirksamen Widerrufs am besten vorgehen. Sie werden sehen, dass Sie kein Anwalt sein müssen, um einem Vertrag wirksam zu widersprechen. Das liegt auch daran, dass Sie sich an bewährten Vorlagen orientieren können. Auf unserer Seite finden Sie eine stattliche Auswahl von Musterschreiben, die Sie als Grundlage für Ihren Widerruf heranziehen können.

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Wer ist eigentlich der richtige Adressat für meinen Widerspruch?

Doch bevor Sie sich an den Computer setzen und Ihren Widerruf formulieren, sollten Sie sich zunächst über einige andere Dinge Gedanken machen. Ganz wichtig ist die Frage, an wen der Widerruf eigentlich gerichtet werden muss. Die Antwort ist eigentlich eindeutig: es handelt sich dabei um Ihren Vertragspartner. Doch hier beginnen manchmal schon die ersten Unklarheiten. Haben Sie etwa ein Geschäft an der Haustür abgeschlossen, hatten Sie mit einem Vertreter zu tun. Dieser ist in der Regel aber nicht Ihr Vertragspartner. Ähnliches gilt bei Einkäufen im Internet. Sie haben ein Produkt erworben. Doch auch der Hersteller dieses Produktes ist in den meisten Fällen nicht der korrekte Adressat für Ihren Widerspruch. Nehmen Sie sich also zunächst Zeit und schauen Sie in die Vertragsunterlagen. Hier ist genau festgehalten, mit wem Sie einen Vertrag abgeschlossen haben. Und an diese Adresse müssen Sie das Schreiben senden, mit dem Sie dem Vertrag widersprechen. Sorgen Sie außerdem dafür, dass Sie die gesetzliche Frist einhalten. Im Fernabsatzgeschäft steht Ihnen in jedem Fall eine Frist von 14 Tagen zu. Dabei reicht es aus, wenn Sie den Brief rechtzeitig abschicken.

Tipp für Sie:

Zu einem korrekten Widerruf gehört, dass Sie diesen an die richtige Adresse schicken und die geltende Frist einhalten.

Was soll ich machen, wenn es Probleme gibt?

Doch auch, wenn Sie die beiden Voraussetzungen einhalten, sind Sie noch nicht unbedingt am Ziel. Denn auch Ihr Vertragspartner muss mitspielen. Und auch dann, wenn das Recht eigentlich auf Ihrer Seite ist, heißt dies nicht automatisch, dass Ihr Vertragspartner auch kooperiert. Immer wieder kommt es bei einem Widerruf zu einem Rechtsstreit. Solchen Problemen können Sie zunächst aus dem Wege gehen, indem Sie formal alles richtig machen. Außerdem sollten Sie aber auch vorsorgen und jeden Schritt Ihres Rücktritts vom Vertrag auch nachweisen können. Legen Sie sich also einen Hefter an, in welchem Sie eine Kopie Ihres Widerrufs und den weiteren Schriftverkehr mit dem Vertragspartner sammeln. Ihr Schreiben sollten Sie außerdem mit einem Einschreiben inklusive Rückschein zustellen. Nur so können Sie später beweisen, dass Sie Ihren Widerruf fristgerecht zugestellt haben.

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Tipp für Sie:

Dokumentieren Sie Ihren Widerruf sorgfältig und senden Sie das Dokument mit einem Einschreiben zu.

Diese Bestandteile gehören unbedingt in einen korrekten Widerruf

Eine sorgfältige Dokumentation inklusive Zustellung per Einschreiben nützen Ihnen natürlich nur dann etwas, wenn Sie für Ihren Rücktritt ein Schreiben entworfen haben, dass allen formalen Anforderungen entspricht. Dies ist im Grunde nicht besonders schwierig, doch auf einige elementare Inhalte sollten Sie in jedem Fall achten. Zu einem gültigen Widerruf gehören:

  • Wichtige persönliche Angaben (Name, Adresse, Geburtsdatum und Geburtsort)
  • Daten zum Vertragspartner (Name bzw. Unternehmen, Anschrift)
  • Daten zum Produkt oder Vertrag (Titel oder Bezeichnung, Datum der Ausstellung, etc. )
  • Ein klar formulierter Widerruf dieser Vollmacht
  • Eine Sequenz, in der Sie klipp und klar widersprechen
  • Unterschrift

Wichtig für Sie:

Das Schreiben ist formal korrekt, wenn Sie es am Ende mit einer persönlichen Unterschrift versehen.

(Mustervorlage Widerruf eines Vertrages)

Auf den ersten Blick werden Sie vielleicht denken, dass Sie von den juristischen Anforderungen an einen Widerruf überfordert sein könnten. Es wird sich aber schnell herausstellen, dass diese Sorgen für Sie unbegründet sind. Am einfachsten ist es, wenn Sie eine Vorlage zur Hand nehmen. Das passende Muster finden Sie in unserer Sammlung von Musterbriefen.

Widerruf Vertrag / Darlehen / …

Absender: (Name und Anschrift)

Empfänger: (Unternehmen und Anschrift)

Vertragsbezeichnung (Nummer, Datum des Vertragsabschlusses)

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihnen mit diesem Schreiben mitteilen, dass ich von dem oben gekennzeichneten Vertrag mit sofortiger Wirkung zurücktreten möchte. Ich berufe mich dabei auf mein Widerrufsrecht im Rahmen des Fernabsatzrechts. Bitte bestätigen Sie, mir den Eingang des Schreibens zu bestätigen.

  Widerruf Fernabsatz simpel erklärt

Mit freundlichen Grüßen

(Datum und Ort)                                                  (Unterschrift von Ihnen)

Fazit: Rücktritt von Online-Geschäften ist schnell erledigt

Wie vielen anderen ist es ihnen bestimmt auch schon einmal so gegangen, dass Sie sich über eine Unterschrift unter einen Vertrag geärgert haben. Zumindest dann, wenn Sie dem Vertragsabschluss außerhalb von dafür vorher gesehenen Geschäftsräumen getätigt haben, bleibt Ihnen die Möglichkeit, mindestens 14 Tage lang zu widerrufen. Dabei kann es unter Umständen zu Problemen kommen, wenn Ihr Vertragspartner nicht mitmacht. Solchen Problemen können Sie vorbeugen, in dem Sie formal alles richtig machen und Ihren Widerruf auch genau dokumentieren. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie eine bewährte Vorlage nutzen. Mit dem passenden Musterschreiben gelingt Ihr Widerruf garantiert.