Formular für den Widerruf: Die typischen fünf Fehler

Aktualisiert am 28. Juni 2020 von Ömer Bekar

formular widerrufHaben auch Sie schon einmal davon gehört, dass Sie im Prinzip jeden Vertrag widerrufen können? Zumindest bei Geschäften, die am Telefon, an der Haustür oder online zu Stande kommen, liegen Sie mit dieser Vermutung richtig. Hintergrund ist das Fernabsatzrecht, welches Ihnen stets die rechtliche Möglichkeit einräumt, innerhalb von 14 Tagen gegen einen Vertrag Widerspruch einzulegen. Wenn Sie sich also ärgern, einem Angebot voreilig zugestimmt zu haben, haben Sie trotzdem noch die Gelegenheit, dieses wieder rückgängig zu machen.

Doch viele Versuche, von einem solchen Vertrag zurückzutreten, scheitern. Dies liegt in vielen Fällen daran, dass es sich die Verbraucher zu einfach machen und wichtige Punkte einfach versäumen. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir die wichtigsten Fehler zusammengestellt, die den Widerspruch gegen einen Vertrag ungültig machen können. Wenn Sie diese Fehler vermeiden, sind Sie schon einen großen Schritt weiter.

Um Ihren Rücktritt korrekt zu erklären, ist es am besten, wenn Sie sich an einer Vorlage orientieren. Zahlreiche Musterbriefe haben wir dabei auf unserer Seite für Sie zusammengestellt. Damit haben Sie nun die besten Voraussetzungen, Ihren Vertrag erfolgreich rückgängig zu machen.

►Mustertext zur freien Verwendung: Widerruf eines Vertrages

Am besten ist es, wenn Sie sich bei der Erstellung eines Widerrufs an einer Vorlage orientieren. Auf unserer Internetseite haben wir eine breite Auswahl von Musterbriefen zusammengestellt. An Hand des Musterschreibens können Sie Ihren Widerruf dann an Ihre Anforderungen anpassen. Dies ist in sehr kurzer Zeit möglich und bereitet Ihnen auch keinen nennenswerten Aufwand.

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Widerruf von (Gegenstand einfügen)

Absender: (Angabe von Namen und Adresse)

Empfänger: (Angabe von Unternehmen mit dem Namen und Anschrift)

Beschreibung des Vertrages (Bezeichnung, Nummer des Vertrages, Datum des Vertragsabschlusses)

Sehr geehrte Damen und Herren von XY,

ich erkläre hiermit den Rücktritt vom oben genannten Vertrag im Rahmen des gesetzlichen Widerrufsrechts. Lassen Sie mir bitte eine Empfangsbestätigung meines Schreibens bis zum (Datum) zukommen.

(Datum und Ort)                                                  (Unterschrift von Ihnen)

Fehler 1: Falsche Adresse

Der erste Fehler, den Sie unbedingt vermeiden sollten, ist die Verwendung einer falschen Adresse. Dies klingt vielleicht trivialer als es ist. Doch womöglich haben Sie Ihr Geschäft über einen dritten Anbieter oder aber auch über einen Vermittler abgeschlossen. Nun dürfen Sie nicht den Fehler begehen, Ihren Rücktritt gegenüber dem Vermittler zu erklären. Sie können nur gegenüber dem tatsächlichen Vertragspartner vom Vertrag zurücktreten. Wer dieser Vertragspartner ist, erfahren Sie aus dem Vertrag, der Ihnen zugestellt werden muss.

Fehler 2: Frist versäumt

Genauso fatal kann es sich für den Erfolg Ihres Rücktritts auswirken, wenn Sie nicht die gesetzlichen Fristen im Auge behalten. Möglicherweise möchten Sie das Produkt erst noch testen und es sich noch einige Tage überlegen, ob Sie widersprechen wollen. Doch die Frist von 14 Tagen sollten Sie in keinem Fall überschreiten. Die Frist beginnt dabei ab dem Datum, an dem Sie über ihre Recht auf Widerspruch informiert wurden.

Fehler 3: mangelhafte Dokumentation

Es wird Sie sicher nicht überraschen, zu hören, dass es nach einem Widerspruch immer wieder zu Streitigkeiten kommen kann. Ihr Vertragspartner will verhindern, dass Sie es sich noch einmal anders überlegen und spielt vielleicht auf Zeit. Auch für eine solche Strategie können Sie wirksam vorsorgen. Sie sollten jeden Schritt gründlich dokumentieren, damit Sie Ihren Widerruf später auch beweisen können. Entscheidend kann es dabei sein, dass Sie auch die Zustellung des Schreibens, in dem Sie vom Vertrag zurücktreten, zweifelsfrei nachweisen können. Dies gelingt am besten, wenn Sie auf ein Einschreiben mit Rückschein setzen.

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Fehler 4: Widerruf nur telefonisch erklärt

Vielleicht gehören auch Sie zu den Leuten, die einen Widerspruch zunächst auf die leichte Schulter nehmen. Prinzipiell ist es Ihnen ja auch freigestellt, wie der Widerspruch erfolgt. Es reicht grundsätzlich auch aus, wenn Sie den Rücktritt per Telefon mitteilen. Allerdings haben Sie dabei im Falle von Streitigkeiten im Anschluss ein Nachweisproblem. Wenn Sie also sichergehen wollen, sollten Sie Ihren Rücktritt nicht telefonisch erklären. Und wenn doch, so sollten Sie auf eine schnelle schriftliche Bestätigung des Rücktritts bestehen.

Fehler 5: Wichtige Informationen vergessen

Gewisse Anforderungen werden aber auch an das Schreiben gestellt, in dem Sie Ihren Widerspruch gegen den Vertrag erklären. Fehlen hier entscheidende Informationen, ist Ihr Widerspruch unter Umständen wirkungslos.

Tipp für Sie:

Damit der Widerspruch auch wirksam ist, sollten Sie Fehler vermeiden. Neben der Frist und der richtigen Adresse gehört hierzu auch eine mangelnde Dokumentation und ein fehlender Nachweis der Zustellung.

Was muss in einem Widerruf zu finden sein?

Sie werden überrascht sein, wie einfach ein wirksamer Widerruf letztendlich erstellt werden kann. Es muss nur eine übersichtliche Auswahl von Inhalten und Informationen enthalten sein. Hierzu gehören:

  • Ihre persönlichen Angaben (Name, Adresse, Geburtsdatum)
  • Daten zum Empfänger (ebenfalls Name, Adresse, Ansprechpartner)
  • Informationen zum Produkt oder Vertrag (z.B. Name, Thema, Datum der Ausstellung)
  • Ein unmissverständlich formulierter Widerruf
  • einfache Bitte um Empfangsbestätigung

Wichtig für Sie:

Auf keinen Fall sollten Sie die Unterschrift unter Ihrem Rücktritt vergessen. Ansonsten muss Ihr Widerruf nicht anerkannt werden.

Fazit: Fehlerfrei zum gültigen Widerruf

Sicher haben auch Sie eine solche Situation schon einmal erlebt: sie haben sich ohne lange Nachzudenken, für ein bestimmtes Produkt entschieden oder einen bestimmten Vertrag abgeschlossen. Zumindest dann, wenn dies außerhalb von Geschäftsräumen erfolgt ist, gilt hier das sogenannte Fernabsatzrecht. Das heißt, Sie haben stets 14 Tage Zeit, um den Vertragsabschluss wieder rückgängig zu machen. Unterschiedliche Gründe können dabei dafür verantwortlich sein, dass Sie es sich noch einmal anders überlegt haben. Sie:

  • brauchen die Dienstleistung oder das Produkt gar nicht
  • haben ein günstigeres Angebot gefunden
  • haben sich das Produkte anders vorgestellt
  • verfügen bereits über einen entsprechenden Vertrag und kommen aus diesem nicht heraus
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Bevor Sie sich nun jahrelang über Ihren Vertragsabschluss ärgern, sollten Sie lieber zügig widersprechen. Dies ist innerhalb der Frist formlos möglich. Einige Dinge sollten Sie aber trotzdem beachten und insbesondere wichtige Fehler vermeiden. Dies gelingt Ihnen, wenn Sie sich an einem Muster orientieren und dieses dann an Ihre Anforderungen anpassen.