Widerrufsrecht Arbeitsvertrag: Das müssen Sie beachten

widerrufsrecht arbeitsvertragSicher war es auch für Sie zunächst ein freudiges Ereignis. Sie haben einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben und freuen sich nun auf die neue und interessante Aufgabe. In dem Arbeitsvertrag sind unterschiedliche Dinge geregelt, unter anderem die Arbeitszeit, Urlaub und natürlich auch Ihre Bezahlung. Vielleicht haben Sie in der Freude darüber, dass Sie den Zuschlag für die Stelle bekommen haben, einige Kleinigkeiten übersehen. Nachdem sich Ihre Freude also gelegt hat, finden Sie die Stelle vielleicht doch nicht mehr so toll wie ursprünglich. Nun ist guter Rat teuer und Sie suchen nach einer Möglichkeit, wieder aus diesem Vertrag herauszukommen. Dies ist in vielen Fällen nicht ganz einfach, aber auch nicht völlig unmöglich.

Denn der Arbeitsvertrag, den Sie unterschrieben haben, ist rein rechtlich etwas anderes, als ein Kaufvertrag, der unter Umständen auch widerrufen werden kann. Wollen Sie einen Arbeitsvertrag schnell auflösen, dann sind Sie auf das Entgegenkommen Ihres Arbeitgebers angewiesen. Wichtig ist aber natürlich auch, dass Sie Ihren Arbeitsvertrag mit einem formal korrekten Schreiben widerrufen. Schließlich sollten Ihrem Vertragspartner nicht zusätzliche Argumente geliefert werden, um Ihrem Wunsch nach Auflösung nicht zu entsprechen.

Wie Sie am besten vorgehen, wenn Sie Ihren Arbeitsvertrag wieder auflösen wollen, möchten wir Ihnen nun zeigen. Dabei erfahren Sie auch, wie Sie das hierfür notwendige Schreiben formulieren. Sie können sich dabei ganz einfach an einem Musterschreiben orientieren. Auf Grundlage einer passenden Vorlage bedarf es nur weniger Schritte, um den Rücktritt vom Arbeitsvertrag korrekt zu formulieren.

Kann man vom Arbeitsvertrag einfach zurücktreten?

Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die sich auch bei der Kündigung eines Arbeitsvertrages an den Erfahrungen orientieren, die Sie bei einem Widerspruch gegen einen Kaufvertrag gemacht haben. Dies ist allerdings ein Fehler. Denn von einem einmal unterschriebenen Arbeitsvertrag kann man nicht so einfach zurücktreten. Dies heißt aber natürlich nicht, dass es keinen Ausweg gibt. Zunächst stehen neue Arbeitsverträge immer unter dem Vorbehalt einer Probezeit. Zudem gibt es auch in jedem Arbeitsvertrag eine eigene Kündigungsfrist, in der Sie in jedem Fall aus Ihrem Vertrag herauskommen. Diese Details sollten Sie sich zunächst unbedingt anschauen. Besteht der Arbeitsvertrag schon länger, können Sie allerdings davon ausgehen, dass eine vergleichsweise längere Kündigungsfrist besteht. Und genauso wenig, wie Ihr Arbeitgeber Ihnen von einem Tag auf den anderen kündigen kann, so sind auch Sie dazu verpflichtet, Ihre vertraglichen Pflichten im Rahmen der Kündigungsfrist zu erfüllen. Eine fristlose Kündigung ist in der Regel nicht möglich.

Besucher lasen auch👉  Widerrufsrecht bei Haustürgeschäften: Wenn die Kaufreue eintritt

Tipp für Sie:

Eine fristlose Kündigung des Arbeitsvertrages ist in der Regel nicht möglich. Mit wachsender Laufzeit des Arbeitsvertrages steigt auch die Kündigungsfrist.

Gibt es trotzdem noch Möglichkeiten?

Nun kann es aber durchaus der Fall sein, dass Sie ein deutlich besseres Jobangebot vorliegen haben und aus diesem Grunde so schnell wie möglich aus Ihrem laufenden Vertrag aussteigen wollen. Hierbei kann es zunächst helfen, wenn Sie den direkten Kontakt zu Ihrem Arbeitgeber suchen. Möglicherweise ist dieser auch bereit, Sie vorzeitig aus dem laufenden Vertrag zu entlassen, ohne dass Sie dabei eine Kündigungsfrist beachten müssen. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, sich auf eine Art Abfindung zu einigen. Der Arbeitgeber wird dann für die entgangene Leistung bzw. seinen Schaden entschädigt. Sie können Ihrem Arbeitgeber aber etwa auch anbieten, auf bestehenden Urlaubsanspruch oder vertraglich vereinbarte Lohnleistungen zu verzichten, wenn Sie schneller als vertraglich vereinbart aus dem Vertrag entlassen werden wollen. In jedem Fall sollten Sie auf eine einvernehmliche Lösung hin arbeiten.

Tipp für Sie:

Versuchen Sie in jedem Fall, eine einvernehmliche Lösung zu erreichen.

An wen wird der Widerruf des Arbeitsvertrages geschickt?

Um einen bestimmten Arbeitsvertrag zu widerrufen, ist die Schriftform unbedingt erforderlich. Sie sollten also ebenfalls dafür sorgen, dass Ihr Schreiben die richtige Adresse erreicht. Normalerweise ist dies die Geschäftsführung oder, wenn vorhanden, die Personalabteilung Ihres Arbeitgebers. Die Adresse erfahren Sie aus dem Arbeitsvertrag oder auch per Nachfrage in der entsprechenden Abteilung. Wenn Sie Probleme bei Ihrer Kündigung erwarten, sollten Sie das Schreiben nach Möglichkeit so zustellen, dass Sie dies später auch zweifelsfrei nachweisen können.

Besucher lasen auch👉  Muster Widerruf: Perfekte Formulierungen für jeden Zweck

Tipp für Sie: Sorgen Sie dafür, dass die Zustellung des Schreibens später zweifelsfrei nachgewiesen werden kann.

Was sollte in der Kündigung zu finden sein?

Doch nicht nur die Zustellung ist entscheidend, sondern auch der Inhalt. Wir haben für Sie die wichtigsten Elemente zusammengestellt, die in Ihre Kündigung gehören.

  • Persönliche Angaben zu Ihnen (Name, Geburtsdatum)
  • Daten zum Arbeitgeber (Unternehmen, Ansprechpartner, Adresse)
  • Um welchen Vertrag geht es? (Datum der Ausstellung, usw.)
  • Eine klar formulierte Kündigung
  • Bitte um Bestätigung der Kündigung
  • Die eigenhändige Unterschrift

Wichtig für Sie:

Ihre Kündigung kann nur dann anerkannt werden, wenn Sie diese auch eigenhändig unterzeichnen.

(Mustervorlage Kündigung des Arbeitsvertrages)

Auch wenn es sich bei der Kündigung um einen bürokratischen Vorgang handelt, so sind Sie nicht an eine bestimmte Form gebunden. Ein Formular muss also nicht verwendet werden. Trotzdem macht es sich vermutlich bezahlt, wenn Sie sich an einem Musterbrief als Vorlage orientieren. Sie sparen auf diese Weise viel Aufwand und vermeiden fatale Fehler.

Kündigung Arbeitsvertrag

Absender: (Angabe von Namen und Adresse des Arbeitsnehmers)

Empfänger: (Angaben zum Arbeitgeber also Unternehmen und Anschrift)

Kennzeichnung des Vertrages (Nummer, Datum des Vertragsabschlusses)

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit teile ich Ihnen mit, dass ich den oben genannten Arbeitsvertrag im Rahmen der vereinbarten Kündigungsfrist kündigen werde. Ich möchte Sie bitten, mir die Kündigung bis zum (Datum) schriftlich zu bestätigen.

Mit freundlichen Grüßen

(Datum und Ort)                                                  (Unterschrift von Ihnen)

Fazit: Mit einer Vorlage kündigen Sie sicher

Es kann unterschiedliche Gründe geben, die aus Ihrer Sicht dafür sprechen, ein einmal abgeschlossenes Arbeitsverhältnis wieder zu kündigen. Persönliche Unzufriedenheit oder auch ein deutlich attraktiveres Angebot von einem anderen Arbeitgeber gehören ganz sicher dazu. Damit der Wechsel in einen neuen Job reibungslos funktioniert, sollten Sie allerdings bei der Kündigung keine Fehler machen. Die Gründe für die Kündigung spielen dabei im Prinzip keine Rolle. Allerdings sind Sie auf die Kooperation Ihres Arbeitgebers angewiesen, wenn es sehr schnell gehen soll. Denn rein rechtlich gilt lediglich die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist. Außerdem gehört zu einer korrekten Kündigung auch ein entsprechendes Schreiben. Mit dem passenden Musterbrief haben Sie Ihre Kündigung in wenigen Schritten erstellt.

Besucher lasen auch👉  Aktuelle Urteile: Widerrufsbelehrung