Widerruf Fernabsatz simpel erklärt

Aktualisiert am 27. Juni 2020 von Ömer Bekar

widerruf fernabsatzHaben Sie schon einmal etwas im Internet oder aus dem Katalog bestellt und waren damit nicht zufrieden? Dann ist für Sie der Widerruf Fernabsatz besonders interessant. Hierbei handelt es sich um einen speziellen Passus im Widerrufsrecht, mit dem genau solche Bestellungen ohne direkte Kommunikation zwischen den beiden Geschäftspartnern durchgeführt werden. Klingt beim ersten Hinhören möglicherweise etwas kompliziert, ist aber im Prinzip schnell und simpel erklärt.

Der Widerruf selber ist für alle Verbraucher ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens, da in vielen Bereichen Schutz gewährleistet werden kann. Durch den Widerruf Fernabsatz wird dieser Schutz über die direkte Kommunikation hinaus erweitert, so dass auch Bestellungen mit dem Handy oder per Post inbegriffen sind. Auf die wichtigen Details werden wir im Folgenden aber noch genauer eingehen.

Wichtig für Sie zu wissen ist zu Beginn unseres Artikels, dass der Widerruf Fernabsatz für Sie eine enorm bedeutende Rolle spielen kann. Gleichzeitig ist der Widerruf innerhalb weniger Augenblicke formuliert. Hierbei greifen wir Ihnen aber selbstverständlich auch noch einmal unter die Arme, indem wir Ihnen eine kostenlose Mustervorlage zur Verfügung stellen.

►Musterschreiben: Widerruf Fernabsatz (zur freien Verwendung)

Damit Sie Ihren Widerruf Fernabsatz auch bei einem Geschäft über größere Distanzen korrekt ans Ziel bringen können, haben wir Ihnen im Folgenden ein kostenloses Muster zur Verfügung gestellt. Hieran können Sie sich orientieren und müssen lediglich noch Ihre persönlichen Daten und Angaben ergänzen. Schon steht dem erfolgreichen Widerruf eines Fernabsatzvertrages nichts mehr im Wege:

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Widerruf Bestellung/Dienstleistung etc.

Absender: Name, Adresse und Kunden-, bzw. Vertragsnummer

Empfänger: Vertragspartner mit korrekter Adresse und möglichem Ansprechpartner

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit widerrufe ich sofort meine Bestellung/meinen Vertrag etc. mit der Bestellnummer/Vertragsnummer etc. xxx. Bitte senden Sie mir eine schriftliche Bestätigung meines Widerrufs zu.

Mit freundlichen Grüßen

(Name und Unterschrift) (Ort und Datum)

Was sind Fernabsatzverträge?

Laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) lautet die Definition für einen Fernabsatzvertrag wie folgt: „Fernabsatzverträge sind Verträge über die Lieferung von Waren oder über die Erbringung von Dienstleistungen, die zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher unter ausschließlicher Verwendung von Fernkommunikationsmitteln abgeschlossen werden, es sei denn, dass der Vertragsabschluss nicht im Rahmen eines für den Fernabsatz organisierten Vertriebs- oder Dienstleistungssystems erfolgt“. Einfacher gesagt: Bestellen Sie zum Beispiel etwas per E-Mail, im Fernsehen, aus dem Katalog oder per Brief, handelt es sich bei diesem Kauf um einen Fernabsatzvertrag zwischen Ihnen und dem Verkäufer.

Eine „Eselsbrücke“ können Sie sich dabei ziemlich einfach bauen, denn das Wort „fern“ im Fernabsatzvertrag deutet bereits darauf hin, dass sich etwas nicht in Ihrer Nähe befindet. Die Fernabsatzverträge können also zum Beispiel nicht in einem regulären Geschäft zustande kommen, wo Sie zum Beispiel von einem Vermittler einen Vertrag vorgelegt bekommen und unterzeichnen. Stattdessen gilt ein Geschäft nur dann als Fernabsatzvertrag, wenn sich die beiden Partien nicht räumlich gegenüberstehen.

Widerrufsrecht für den Verbraucher bleibt vorhanden

Besonderheiten beachten müssen Sie in den meisten Fällen bei einem Fernabsatzvertrag nicht. Ein Widerruf Fernabsatz ist ebenso möglich, wie ein Widerruf bei einem regulär getätigten Geschäft. Das bedeutet für Sie also zum Beispiel auch, dass Sie keinen Wertersatz für einen Artikel bezahlen müssen. Doch Vorsicht: Es gibt in diesem Fall auch eine Ausnahme. Sollte der Artikel nicht dafür genutzt worden sein, wofür er gedacht ist (zweckentfremdet), entfällt die Befreiung des Wertersatzes und auch das Widerrufsrecht könnte erlöschen.

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Nicht immer besteht ein Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen

Ausnahmen gibt es auch im generellen Umgang mit dem Widerruf Fernabsatz. So sind durchaus einige Produkte und Dienstleistungen zu finden, die von der gesetzlichen Regelung ausgeschlossen sind. So zum Beispiel Artikel, die individuell für einen Käufer hergestellt, auf die Bedürfnisse zugeschnitten wurden oder aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht für eine Rücksendung geeignet sind. Gleiches gilt für schnell verderbliche Waren und solche Waren, die ihr Verfalldatum bereits überschritten haben. Darüber hinaus gibt es aber auch andere Produktarten, bei denen ein Widerruf nicht angewandt werden kann. Hierzu gehören zum Beispiel Zeitungen oder versiegelte Software. Im Bereich der Dienstleistungen lassen sich ebenfalls Ausnahmen von der Regel finden. Lotterien und Wettanbieter sind zum Beispiel ebenfalls in einer Sonderrolle. Es wäre ja auch zu schön, wenn ein verlorener Lottoschein ganz einfach widerrufen werden könnte.

Erfolgreich formulieren: Auf diese Details müssen Sie achten

Wie Sie anhand unserer Vorlage ziemlich leicht erkennen können, ist die Formulierung eines Widerrufs an keinen großen Aufwand gebunden. Sie müssen allerdings auf ein paar kleine Dinge achten, damit Ihr Widerruf auch als korrekt bezeichnet werden kann. Hierzu gehört zum Beispiel die Tatsache, dass Ihr Formular eigenhändig unterschrieben werden muss. Es reicht nicht aus, lediglich mit dem Computer eine Unterschrift zu setzen. Formulieren können Sie den Widerruf aber natürlich grundsätzlich auch an Ihrem Computer. Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, immer einen Zeitpunkt für den Widerruf festzulegen. Im besten Fall schnellstmöglich. Optimal ist es also, wenn sich eine Formulierung wie „sofort“ oder „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ in Ihrem Widerruf findet.

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Damit Sie auch ganz sicher sein können, dass Ihr Widerruf erfolgreich eingegangen ist, sollten Sie sich Ihr Formular auf jeden Fall bestätigen lassen. Noch ein bisschen mehr Sicherheit bringt es, wenn Sie Ihren Widerruf per Einschreiben verschicken. So haben Sie immer einen zusätzlichen Beleg in der Hand und sind auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Fernabsatzverträge kommen täglich millionenfach zustande

Beim ersten Hinhören klingt der Widerruf Fernabsatz enorm ungewöhnlich, schließlich handelt es sich beim Wort Fernabsatz nicht um einen wirklich geläufigen Begriff. Dennoch ist hiermit nichts anderes gemeint, als der Kauf oder Vertragsabschluss per Kommunikationsgerät. Dabei kann es sich zum Beispiel um einen Brief, einen Computer, ein Handy oder etwas Ähnliches handeln. Für alle Verträge, die nicht von Angesicht zu Angesicht zustande kommen, gelten die Fernabsatzverträge. Für die Verbraucher entsteht jedoch kein Nachteil, da sich gegenüber einer regulären Übereinkunft keine Unterschiede entdecken lassen. Lediglich beachten sollten Sie, dass der Widerruf Fernabsatz nicht bei allen Produkten und Dienstleistungen angewandt werden kann. Können Sie in Ihrem Fall aber einen Widerruf formulieren, sollten Sie das auf jeden Fall mit der Unterstützung unserer Vorlage tun.