Vertrag widerrufen: In 3 Schritten

vertrag widerrufenHaben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, wozu es Verträge eigentlich gibt. Sie werden mir sicherlich in der Auffassung recht geben, dass sich mit einem Vertrag zwei Parteien auf etwas einigen. Dies kann die unterschiedlichsten Dinge im Leben betreffen. Doch wie das Leben so ist, können sich auch die Voraussetzungen ändern, die für den Vertrag verantwortlich waren. Und so kann es auch dazu kommen, dass Sie Ihren Vertrag wieder auflösen möchten. Der Vertrag wird also gekündigt oder auch widerrufen.

Doch jeder Vertrag ist anders und dementsprechend müssen Sie auch unterschiedliche Bedingungen beachten, die für den Widerruf des Vertrages gelten. Möglicherweise gilt eine Frist und im schlimmsten Fall müssen Sie auch mit Vertragsstrafen rechnen. Wenn Sie also einen Vertrag kündigen möchten, sollten Sie sich zunächst mit dem Vertrag selber beschäftigen. Grundsätzlich sollten Sie dabei drei wichtige Schritte beachten. Denn es kommt bei Kündigungen mitunter auch zu Problemen, auf die Sie sich von vornherein einstellen können.

Wir möchten Ihnen zeigen, wie Sie herausfinden, wie der jeweilige Vertrag widerrufen werden kann und wie Sie dann konkret vorgehen. Wenn Sie von einem Vertrag zurücktreten wollen, wird dies in vielen Fällen darauf hinauslaufen, dass Sie Ihren Widerruf schriftlich erklären. Wie sie dabei idealerweise vorgehen, auch dies möchten wir Ihnen hier zeigen und Sie dabei auf unsere Musterschreiben aufmerksam machen.

Schritt 1: Wie kann der Vertrag gekündigt werden?

Wie gesagt, jeder Vertrag ist anders und es gelten unterschiedliche Bedingungen, wie Sie diesen widerrufen können. Einige Verträge beinhalten keine Frist und können sofort gekündigt werden. Viele Verträge, die im Rahmen von Fernabsatzgeschäften, also telefonisch, an der Haustür oder im Internet zu Stande gekommen sind, können Sie bis zu 14 Tage widerrufen. Und es gibt auch Verträge, die sich über die gesamte Laufzeit gar nicht kündigen lassen. Wenn Sie einen bestimmten Vertrag also widerrufen wollen, ist es zunächst wichtig, sich über die entsprechenden Modalitäten zu informieren. Informationen hierzu finden Sie in den Vertragsunterlagen. Darüber hinaus kann es auch sinnvoll sein, wenn Sie sich mit einem Anwalt in Verbindung setzen. Möglicherweise gibt es auch ein außerordentliches Recht auf Kündigung des Vertrages.

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Tipp für Sie:

Bevor Sie einen Vertrag widerrufen, sollten Sie sich über die genauen Modalitäten informieren. Neben dem Studium der Vertragsunterlagen sollte unter Umständen auch ein Fachanwalt zu Rate gezogen werden.

Schritt 2: An wen muss ich den Widerruf richten?

Sobald Sie herausgefunden haben, in welcher Frist der Vertrag gekündigt werden kann, müssen Sie nun herausfinden, an wen der Rücktritt konkret gerichtet werden muss. Insbesondere dann, wenn für die Kündigungen eine bestimmte Frist eingehalten werden muss, sollten Sie hier keine Fehler begehen, da so die Frist unnötig verstreicht. Der richtige Adressat für Ihren Rücktritt ist stets der Vertragspartner. Die Kontaktdaten finden sich ebenfalls in den Vertragsunterlagen.

Tipp für Sie:

Ein Widerspruch ist nur gültig, wenn dieser dem richtigen Vertragspartner zugeschickt wird. Wer dies ist, können Sie dem Vertrag entnehmen.

Schritt 3: Wie kann ich späteren Problemen aus dem Weg gehen?

Es muss nicht die Regel sein, aber immer wieder werden Sie im Rahmen eines Rücktritts von einem Vertrag mit weiteren Problemen konfrontiert. So können Sie nicht ausschließen, dass der Rücktritt nicht akzeptiert oder einfach ignoriert wird. Auch für diese Fälle sollten Sie vorsorgen. Wichtig ist vor allem, dass Sie jeden Ihrer Schritte dokumentieren und dafür sorgen, später die Zustellung Ihres Widerrufs auch eindeutig beweisen zu können. Schicken Sie den Brief mit dem Rücktritt daher unbedingt in Form eines Einschreibens ab.

Was Sie in Ihren Widerruf aufnehmen sollten

Mit den genannten drei Schritten sollten Sie auf der sicheren Seite sein. Voraussetzung für einen erfolgreichen Widerspruch ist aber außerdem, dass Sie bei der Erstellung des Schreibens selber keine Fehler begehen. Grundsätzlich ist kein Formular erforderlich, wenn Sie von einem Vertrag zurücktreten. Gleichwohl sollten folgende Inhalte auf keinen Fall fehlen:

  • Infos zu Ihrer Person (Vor- und Zuname, Anschrift, Geburtsdatum)
  • Daten zum Empfänger (vollständiger Name des Vertragspartners, Anschrift, Ansprechpartner)
  • Informationen für die Zuordnung des Vertrags (Inhalt, Bezeichnung, Nummer sowie Datum der Ausstellung)
  • Einen Satz, in dem Sie den Rücktritt vom Vertrag eindeutig erklären
  • Aufforderung, dass der Vorgang bestätigt wird
  • Unterschrift von Ihnen
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Wichtig für Sie:

Zentrale Voraussetzung für die Anerkennung des Widerrufs ist Ihre persönliche Unterschrift, die Sie keinesfalls vergessen dürfen.

(Mustervorlage Widerruf eines Vertrags

Gerade für juristische Laien wirkt die Erstellung eines formal korrekten Rücktritts möglicherweise sehr kompliziert. Doch Sie brauchen sich diesbezüglich keine großen Sorgen zu machen. Die Erstellung eines Widerspruchs ist in sehr kurzer Zeit und mit geringem Aufwand verbunden, wenn Sie sich an einem erprobten Musterschreiben orientieren. Wie das Rücktrittsschreiben konkret gestaltet wird, ist zudem nicht vorgeschrieben.

Widerruf des Vertrags

Absender: (Name und Anschrift)

Empfänger: (Name von Unternehmen bzw. Vertragspartner und Anschrift)

Informationen für die Einordnung des Vertrages (Bezeichnung, Nummer, Abschlussdatum)

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erkläre ich Ihnen, dass ich vom Vertrag mit der oben genannten Bezeichnung mit sofortiger Wirkung zurücktreten werde. Hiermit berufe ich mich auf die im Vertrag festgehaltene Regelung zur Kündigung. Bitte bestätigen Sie mir, dass Sie dieses Schreiben erhalten haben und meine Kündigung akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

(Datum und Ort)                                                  (Unterschrift von Ihnen)

Fazit: Mit diesen drei Schritten kündigen Sie Ihren Vertrag sicher

Genauso wie sich Beziehungen zwischen Menschen ändern können, so kann auch die Grundlage für einen Vertrag entfallen. Daher haben Sie auch fast immer die Möglichkeit, einen Vertrag wieder zu widerrufen. Dabei gelten allerdings sehr unterschiedliche Bedingungen und Voraussetzungen. In einigen Fällen gibt es eine Frist, in der der Vertrag zunächst nicht gekündigt werden kann. In anderen Fällen müssen Sie bei einer Kündigung auch damit rechnen, dass eine Vertragsstrafe fällig wird. Bei sogenannten Fernabsatzgeschäften, also Vertragsabschlüssen am Telefon, an der Haustür oder im Internet gilt eine Widerrufsfrist von 14 Tagen. Wenn Sie also kündigen möchten, müssen Sie sich zunächst über die Modalitäten informieren. Widersprechen können Sie dann nur gegenüber dem Vertragspartner, der im Vertrag aufgeführt ist. Um bei der Formulierung des Rücktritts keine Fehler zu machen, können Sie sich an einem unserer Musterschreiben orientieren.

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