Vollmacht widerrufen mit dieser Vorlage

vollmacht widerrufenDie Erteilung einer Vollmacht werden Sie vermutlich aus ihrem persönlichen Alltag kennen. Sei es für Verwandte oder Freunde, die mit den Kindern etwas unternehmen oder diese vom Kindergarten oder von der Schule abholen sollen. Oder auch wenn jemand etwas auf dem Amt oder in der Bank in Ihrem Namen erledigen soll, ist eine Vollmacht gefragt. Ein weiterer Grund für eine Vollmacht kann sein, wenn ein Vertrauter dazu berechtigt werden soll, einen Kaufvertrag zu unterschreiben. Doch nur die wenigsten Vollmachten gelten ein ganzes Leben lang. Freundschaften enden oder verwandtschaftliche Beziehungen verändern sich. Vertrauen kann ganz einfach verloren gehen. Dann ist es Zeit, eine Vollmacht korrekt zu widerrufen.

Mit einer Vollmacht kann derjenige, der damit ausgestattet ist, wichtige Dinge für Sie erledigen. Sie werden sicher nachvollziehen können, dass dies nicht mehr wünschenswert ist, sobald sich die Beziehung verschlechtert hat. Doch wie gelingt es, eine solche Vollmacht rechtsgültig zu widerrufen. Leider lauern hier viele Fehler und Fallstricke, die auch noch nach langen Jahren zu Problemen führen können. Sollte es dann irgendwann zu einem Rechtsstreit kommen, sind Sie nur mit einem korrekten Widerruf auf der sicheren Seite. Dies sollte unbedingt schriftlich erledigt werden.

Sie sollten sich unbedingt etwas Zeit nehmen und sich mit den wichtigsten Punkten rund um den Widerruf einer Vollmacht vertraut machen. Denn es gibt eine Art Königsweg, mit dem Sie sich rechtlich gegen unliebsame Folgen absichern können. Dabei muss aber absolut korrekt und sorgfältig vorgegangen werden. Mit dem Musterbrief aus unserer Vorlage können sie den Widerruf rechtssicher erledigen. Doch es kommt nicht allein auf die Form an, sondern auch auf den Inhalt. Anhand unseres Musterschreibens können sie sehr einfach erkennen, welche Aspekte in jedem Fall berücksichtigt sein müssen.

  Falsche Widerrufsbelehrung: Erfahrungsbericht vom Unternehmer

Kann ich eine Vollmacht widerrufen, indem ich den Widerruf einfach an die betroffene Personen schreibe?

Eine einmal erteilte Vollmacht kann leider nicht so einfach widerrufen werden. Auf keinen Fall ist es ausreichend, wenn Sie demjenigen einfach mitteilen, dass Sie die Vollmacht widerrufen. Sollte es nämlich im Nachhinein zu einem Rechtsstreit kommen, müssen sie nachweisen, dass Sie die Vollmacht widerrufen haben. Dies kann etwa der Fall sein, wenn mit der Vollmacht in Ihrem Namen etwas gekauft wurde oder ein Vertrag unterzeichnet wurde. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Vollmacht ohne eine Frist, also unbegrenzt erteilt wurde.

Tipp für Sie:

Sie sollten also unbedingt dafür sorgen, dass der Widerruf später zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Wenn derjenige dann mit ihnen kooperiert, kann er ihnen dies ebenfalls schriftlich bestätigen. Er sollte schriftlich erklären, von der Vollmacht zurückzutreten. Ist derjenige dazu nicht bereit, so können Sie auch versuchen, die Zustellung des Schreibens zu dokumentieren. Dies kann etwa durch ein Einschreiben mit Rückschein geschehen. Wenn Sie den Widerruf mündlich aussprechen, sollten Sie unbedingt einen Zeugen mitnehmen. Dies kann dann später den Rücktritt bestätigen, sollte es zu Streitigkeiten oder gar einer Gerichtsverhandlung kommen.

Was soll ich machen, wenn sich der Bevollmächtigte dem Widerruf widersetzt?

Unter vernünftigen Menschen sollte man eigentlich davon ausgehen, dass der Widerruf einer Vollmacht beachtet wird. Doch gerade bei persönlichen Streitigkeiten wird eine Vollmacht nicht selten als Druckmittel eingesetzt. Wenn Sie also bemerken, dass sich der ehemals Bevollmächtigte ihrem Ansinnen widersetzt, sollten sie nicht lange mit weiteren Schritten zögern. Dies gilt umso mehr, wenn Kinder im Spiel sind, etwa, weil eine Abholvollmacht vorliegt. Zunächst sollte nach Möglichkeit das Gespräch gesucht werden. Wenn dies jedoch nicht fruchtet, sollte der Widerruf juristisch einwandfrei ausgesprochen werden. Schließen Sie dabei aber zunächst aus, dass es sich nur um eine Missverständnis handelt.

  Vordruck für einen Widerruf: Jetzt nutzen

Tipp für Sie:

Sobald Sie sich sicher sind, dass der Widerruf vorsätzlich gegen ihren ausdrücklichen Wunsch genutzt wird, sollten Sie nicht länger zögern. Der Widerruf sollte nun unmissverständlich und eindeutig ausgesprochen werden. Wichtig ist darüber hinaus, die Konsequenzen und die eigene Entschlossenheit deutlich zu machen. So können Sie ruhig schon einmal weitere juristische Schritte androhen. Und sie können auch ankündigen, als nächstes einen Anwalt einzuschalten. Und natürlich sollten sie darauf hinweisen, dass weitere Zuwiderhandlungen eine Anzeige zur Folge haben wird.

Was muss in einem Widerruf einer Vollmacht zu finden sein?

Wenn Sie eine einmal ausgesprochene Vollmacht widerrufen wollen, sollten Sie in jedem Fall die Schriftform wählen. Prinzipiell kann natürlich jederzeit ein formloses Schreiben verwendet werden. Darin sollten Sie in klaren Worten deutlich machen, dass die einmal erteilte Vollmacht hiermit widerrufen ist. Wichtig ist außerdem, darauf zu achten, dass folgende Daten und Informationen im Schreiben enthalten sind:

  • Ihre persönlichen Angaben (Name, Adresse, Geburtsdatum)
  • Daten zum Empfänger (ebenfalls Name, Adresse, Geburtsdatum)
  • Informationen zur Vollmacht (Inhalt, wann ausgestellt, etc. )
  • Ein klar formulierter Widerruf dieser Vollmacht
  • ein Hinweis auf mögliche weitere Schritte
  • Bitte um Bestätigung
  • eigenhändige Unterschrift

Wichtig für Sie:

Damit der Widerruf allen rechtlichen Voraussetzungen entspricht, ist Ihre persönliche Unterschrift unverzichtbar. Denn ohne die Unterschrift ist der Widerruf rechtlich völlig wertlos. Um diesen Schritt auf keinen Fall zu vergessen, können Sie diese Unterschrift ruhig gleich am Anfang unter das Musterschreiben setzen.

(Mustervorlage Widerruf einer Vollmacht)

Wir haben für Sie eine Mustervorlage vorbereitet, an der Sie sich bei der Erstellung eines Widerrufs orientieren können. Dabei ist es aber ganz wichtig, diese Vorlage an ihren Fall anzupassen. Sollten Sie sich nicht ganz sicher sein, ist es absolut zu empfehlen, zusätzlichen juristischen Rat einzuholen.

Mit einer Vollmacht lassen sich prinzipiell viele Dinge von Dritten erledigen, für die man selber möglicherweise keine Zeit hat. Egal ob es darum geht, dass für Sie jemand ein Paket bei der Post abholt oder zeitweise auf die Kinder aufpasst und diese von Schule oder Kindergarten abholt – es kann den Alltag erleichtern. Doch es gibt natürlich auch immer wieder Konstellationen und Situationen, in denen eine solche Vollmacht nicht mehr gewünscht ist. Dazu gehören etwa folgende Fälle:

  • der Bevollmächtige hat das Vertrauen missbraucht
  • Sie müssen befürchten, dass der Bevollmächtige die Vollmacht missbraucht

Vor dem Hintergrund der genannten Gründe ist es nicht nur sinnvoll, sondern ratsam, eine einmal erteilte Vollmacht zu widerrufen. Sobald der Widerruf erfolgt ist, darf derjenige dann keine entsprechenden Dinge mehr in ihrem Namen erledigen, also Pakete abholen oder die Kinder betreuen.

Am besten ist es dabei natürlich, die ganze Sache einvernehmlich zu klären. Hierzu sollte zunächst das Gespräch gesucht werden. Dabei können Sie dann auch ihre Beweggründe darlegen. Wichtig ist aber auf lange Sicht, dass sie sich möglichst absichern. Die Bestätigung sollte also schriftlich erfolgen. Denkbar ist es außerdem, einen Zeugen mitzunehmen. Doch auch bei der Ausstellung einer Vollmacht können sie Vorbeugen und dies gleich mit einer Frist versehen. Dann läuft diese aus und muss nicht separat widerrufen werden.

  Widerrufsrecht Internet: Die 5 Voraussetzungen